Werkstattkonzert Nr. 11 - "OREOPHONE"

Orpheus und die Natur zu Texten von Alain de Lille - PER-SONAT - nur Live-vor-Ort - am Samstag, 12. November 2022, 20 Uhr

Werkstattkonzert Nr. 11 - "OREOPHONE"

Ort

Termine
Sa, 12.11.2022, 20:00 Uhr

"OREOPHONE"

Orpheus und die Natur zu Texten von Alain de Lille


PER-SONAT:
Christine Mothes – Gesang
Jasmina Črnčič – Gesang
Hanna Marti – Gesang, Harfe, Leier
Marc Lewon – Karolingische Cytara, Leier, Gesang
Sabine Lutzenberger – Gesang, Lg.
Helmut Balk – Rezitation

Samstag, 12. November 2022, 20 Uhr

Live-vor-Ort-Ticket ab 20 €
Bestellung unter https://streemy.de

Dieses Programm ist dem Ursprung der Mehrstimmigkeit in der Musik des frühen Mittelalters gewidmet. Im Zentrum steht der mythische Sänger Orpheus, der durch seinen Gesang Götter zu betören und wilde Tiere zu bezähmen und sogar Steine zu erweichen vermochte. In der antiken Welt und allen Zeiten danach steht er als Sinnbild für die Musik schlechthin. Aus christlicher Sicht wird der Mythos des Orpheus durch den Kirchenlehrer Augustinus lebendig, der eine theologische Deutung (poeta theologus) vornimmt, indem er Orpheus‘ Abstieg in die Unterwelt mit dem von Christus in das Totenreich vergleicht. Doch während Christus das Totenreich besiegt, ist Orpheus zum Scheitern verurteilt und die geliebte Eurydice bleibt nur ein vergänglicher Schatten. So wird Orpheus - „oreo phone“ (schönste Stimme) - zum Sinnbild einer Musik, die die Seelen der Zuhörer berührt, dem Geist aber verborgen bleibt, und auch zum Sinnbild eines neuen Klangs, der gegen Ende des 9. Jahrhunderts alles übertrifft, was je gehört worden ist: die Mehrstimmigkeit. Die mehrstimmige Improvisationskunst der Sänger an den Kathedralen und Klöstern bezeugen die weite Verbreitung ihrer Lehrbücher in ganz Europa, wie Musica Enchiriadis oder Micrologus, ein Traktat von Guido von Arezzo. Auf dem Programm des Gesangs-Ensembles PEERSONAT stehen Improvisationen über gregorianische Choralmelodien in der Tradition der Musica Enchiriadis (9. Jahrhundert) und Guido von Arezzos (11. Jahrhundert), daneben Organum Kompositionen aus dem Winchester Tropar (um 1050) sowie Vertonungen der Oden des antiken Dichters Horaz aus dem 12. Jahrhundert. Zur Begleitung der Stimmen erklingen die Instrumente der karolingischen Zeit, wie sie im Utrechter Psalter abgebildet sind, darunter Cytara, Leier und Harfe.

 
 
 

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