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Amsterdam Oude Kerk: Hauptorgel

Amsterdam» Oude Kerk: Hauptorgel

Christian Vater 1724-26

Die Orgel in der Oude Kerk zu Amsterdam gehört seit dem 16. Jahrhundert zu den besten und bekanntesten Instrumenten in den Niederlanden. Schon die Auftraggeber befanden 1726, die Orgel sei „aufs Vortrefflichste lobenswert und ausgezeichnet." Sie ist in dem bekannten Reisebericht von Charles Burney aus dem Jahr 1773 (Carl Burney's der Music Doctors Tagebuch seiner musicalischen Reisen 3. Band, durch Böhmen, Sachsen, Brandenburg, Hamburg und Holland, Hamburg 1773, S. 228 ff.) erwähnt. Restaurierungen ließen die Orgel weitestgehend unangetastet.

Bereits im 15. Jahrhundert besaß die Oude Kerk in Amsterdam eine Orgel. Sie hing als Schwalbennest an der Westseite des Schiffs, 1539 baute man eine neue Orgel, an der Jan Pieterszoon Sweelinck von 1577 bis 1621 als Organist wirkte.

1724 erteilte der Kirchenvorstand der Oude Kerk dem Orgelbauer Christian Vater aus Hannover den Auftrag für eine neue Hauptorgel. Vater vollendete die Arbeiten im Jahr 1726 zu besten Zufriedenheit der Auftraggeber. Der Entwurf zum Orgelgehäuse stammt von Jurriaan Westerman. Oben sind das alte Stadtsiegel von Amsterdam mit der Kogge sowie das Stadtwappen mit den drei Andreaskreuzen zu sehen. Nachdem man 1738 feststellte, dass der Turm der Kirche abzusacken begann, waren größere Reparaturen am Gebäude notwendig. Daher musste die Orgel ausgebaut werden. Nach Abschluss der Maßnahmen sollte Johann Caspar Müller die Orgel wieder aufstellen. Müller ging aber weit über seine Aufgabe hinaus, vergrößerte und veränderte das Instrument, um es zur Begleitung des Gesangs kräftiger zu machen. Hintergrund mag wohl auch gewesen sein, dass Müller gerade in der Bavo-Kirche zu Haarlem eine sehr große Orgel gebaut hatte. Nun sollte auch die Oude Kerk in Amsterdam ein entsprechend repräsentatives Instrument erhalten.
Weitere Veränderungen wurden erst bei der Restaurierung durch G. F. H. Witte im Jahr 1870 vorgenommen, obwohl auch dabei die auf Vater und Müller zurückgehende Substanz weitgehend unangetastet blieb. Seither ist die Orgel unversehrt geblieben.

Musikbeispiel:

Jan Pieterzoon Sweelinck (1562-1621) :
Variationen über "Mein junges Leben hat ein End"
Gespielt von Matteo Imbruno

 

Disposition

III+P/ 54

Hoofdwerk (C-c3)

Prestant 16'
Bourdon 16'
Prestant 8'
Holpijp 8'
Quint 6'
Octaaf 4'
Roerfluit 4'
Roerquint 3'
Octaaf 2'
Fluit 2"
Sexquialter disc. 4f..
Mixtuur 5-8 f..
Scherp 4-6f.
Trompet 16'
Trompet 8'

Rugwerk

Prestant 8’
Holpijp 8’
Quintadena 8'
Octaaf 4'
Gemshoorn 4'
Quinta’ 3'
Octaaf 2'
Woudfluit 2'
Cornet disc. 5 st
Sexquialter 2-4f.

Carillon 3-4f.

Mixtuur 5-8f.
Scherp 3-5f.
Fagot 16' 

Trompet 8'

Bovenwerk

Quintadena 16'
Prestant 8’
Baarpijp 8'
Quintadena 8'
Viola di Gamba 8'
Octaaf’ 4'
Gemshoorn 4'
Nasard 3’
Sexquialter 4f..
Cymbel 3f..
Trompet 8'
Dulciaan 8’
Vox Humana 8’

Pedaal (C-d1 = 27 Töne)

Prestant 16’
Subbas 16'
Prestant 8’
Roerquint 6’
Octaaf 4'
Nachthoorn 2'
Mixtuur 6f.
Bazuin 16'
Trompet 8’
Trompet 4’
Zink 2'

3 Tremulanten


 

Koppeln: BW/HW, RP/HW, HW/P
Tonhöhe: ca. 1/8 Ton über a1 = 440 Hz
Stimmung: Gleichstufig

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